GPvD 2014 – das Rennen des Jahres

Der Große Preis von Deutschland 2014 ist das erwartete Highlight

Keine Frage, das war heute das Rennen des Jahres in Deutschland. 15 vierjährige Spitzentraber traten um 200.000 Euro an – darunter vier Derbysieger (Deutschland, Finnland, Schweden, Dänemark), zahlreiche europäische Spitzenfahrer. Ein absolut würdiger „Großer Preis von Deutschland“. Und genauso würdig war der Wettkampf, nach 2.720 spannenden Metern war es ein wahrhaft europäisches Zwei-Pferde-Finish zwischen Riff Kronos, Italiener in schwedischem Besitz der Denco HB und trainiert vom finnischen Wahl-Schweden mit Deutschland-Affinität, Veijo Heiskanen, und Duke of Greenwood, deutsch registriertem Auktions-Schnäppchen (Grand Prix Auktion 2011, sic!, verkauft für 3.600 Euro) im Besitz von Pfleger Michel Rothengatter (u.a. Lobell Countess) und trainiert von dessen Chef Peter Strooper, gefahren von Hugo Langeweg jun. – drei Niederländer. Dass ausgerechnet dieser Hengst der beste deutsche Vertreter des Jahrgangs 2010 sein sollte, war lange nicht zu erwarten gewesen – wer den Werdegang des „Dukes“ indes verfolgt hatte, wurde von der folgerichtigen Gala-Vorstellung nicht überrascht. Gerüchten zufolge soll Catchdriver Hugo Langeweg jun. im Finish sogar noch durch einen defekten Sitz gehandicapt gewesen sein – nicht auszudenken, wenn es zum ersten deutschen Sieg im GPvD seit dem „Umzug“ nach Hamburg gereicht hätte.

So wehrte Riff Kronos alle Attacken des sich unermüdlich streckenden Duke of Greenwood ab, gewann in Rennrekord-Zeit von 12,7 / 2.720 Meter Autostart und kassierte 100.000 Euro Siegprämie. Das Video des Rennens ist hier zu sehen.

Neben dem Hauptlauf gab es einen Stutenlauf mit nur fünf Starterinnen und eine Entlastung (9 Hengste und Wallache). Wer sich fragt, wieso die Hamburger einen Stutenlauf mit nur fünf Starterinnen durchführten, werfe einen Blick in die Ausschreibung. Zwar ist der Stutenlauf erst ab mindestens 9 Starterinnen (und 10 im Hauptlauf) obligatorisch – doch ab 16 Startern m Hauptlauf wären Vorläufe auszutragen gewesen. Und nun sind Vorläufe 1. teurer (20.000 Euro vs. 15.000 Euro) und 2. sportlich fragwürdig, sind diese doch gem. Ausschreibung über 2.200 Meter auszutragen, das Finale würde ebenfalls über 2.200 Meter ausgetragen. Dass aber Pferde wie Tumble Dust nur eine Woche nach dem UET-Finale in diesem Fall auch für einen potenziellen Doppelstart angetreten wären, ist mehr als fraglich. Nachvollziehbar wäre also gewesen, hier das ein oder andere Pferd in Stutenlauf und Entlastung zu lotsen, um Vorläufe zu vermeiden. Sportlich sichetlich richtig – auch wenn der Fünf-Pferde-Lauf grenzwertig war.

Die ökonomische Analyse

Mit einem Gesamteinsatz von 3.000 Euro ist der GPvD ein teures Rennen (absolut betrachtet – relativ sind es 1,5% und damit absolut im üblichen Rahmen), der erste Einsatz ist rund 20 Monate vor dem eigentlichen Rennen fällig. Wobei die Hamburger in der 2014er Ausschreibung noch zwei Besonderheiten angeboten hatten: Für die Flat-Fee von 1.200 Euro (statt 1.750 Euro) konnte man im Februar 2014 die Einsätze 1-10 rabattiert entrichten. Nur drei Pferde (Djalli Boko, Don di Quattro, Lord Jaycee) nutzten dies, keins kam am heutigen Tag an den Start.

Eine andere Option wurde dagegen intensiv genutzt – 14 Pferde wurden am 17.02.2014, also ein Jahr nach Schließung des Rennens, nachgenannt. Für „schlanke“ 2.500 Euro (inkl. der Einsätze 1-10), also nur 750 Euro Aufschlag, konnte man noch auf den Zug aufspringen. Und unter diesen 14 Pferden waren mit Riff Kronos, Duke of Greenwood und Papagayo E die Pferde, die heute im Hauptlauf Platz 1-3 belegten! Was für ein Schnäppchen! Diese Option war definitiv zu „billig“ – insbesondere Großbesitzer wie die Denco HB können hier ein Jahr lang die Einsätze für mehrere Pferde sparen (750 Euro), um dann nur die Pferde selektiv nachzunennen, die Anfang vierjährig auch eine realistische Startchance versprechen.

Insgesamt wurden 133 + 3 (Flatfee) + 14 (Nachnennung 2014) = 150 Pferde für den GPvD genannt. Die Einsätze summierten sich auf 178.830 Euro, inkl. des Startgelds für den Hauptlauf (15 Pferde). Pferde, die in der Entlastung und im Stutenlauf liefen, zahlten kein Startgeld:

Einsatz Pferde Summe
1                30 € 133                3.990 €
Flatfee          1.200 € 3                3.600 €
2                40 € 132                5.280 €
3                70 € 119                8.330 €
4              100 € 113              11.300 €
5              140 € 99              13.860 €
6              170 € 96              16.320 €
7              200 € 68              13.600 €
Nachnennung          2.500 € 14              35.000 €
8              250 € 62              15.500 €
9              300 € 51              15.300 €
10              450 € 40              18.000 €
Startgeld          1.250 € 15              18.750 €
SUMME            178.830 €

 

178.830 Euro stehen also auf der Haben-Seite – demgegenüber stehen 200.000 Euro Dotation im Hauptlauf sowie jeweils 15.00 Euro in Stutenlauf und Entlastung – also insgesamt 230.000 Euro und somit 51.170 Euro „Miese“ für die Hamburger Rennbahn. Plus weitere 23.000 Euro Züchterprämie, die ohnehin der Veranstalter tragen muss. Fast 75.000 Euro Sponsoring des Rennvereins bzw. des Mäzens – das war ein teures Highlight. Und wer freut sich? Natürlich der HVT mit seinem Zuchtfonds. Allein für den Sieger wandern 10.000 Euro Zücherprämie in den Zuchtfonds. Der nicht existierenden europaweiten Züchterprämienregelung sei dank!

Für die 2015er Auflage haben die Hamburger übrigens an der Ausschreibung gedreht: Nur noch fünf Einsatztermine (statt zehn), die Nachnennung kostet 4.500 Euro (statt 2.500 Euro). Stutenlauf und Entlastung wurden abgeschafft, die Renndistanz dafür auf 1.680 Meter reduziert und Vorläufe vorgesehen. Falls das Rennen überhaupt noch ausgetragen wird…

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