Neuausschreibung DAM: Richtig so, HTZ!

Mangels Nennungen: Die DAM wird mit halbierter Dotation neu ausgeschrieben

Welches Rennen wäre nach dem Traber-Derby, dem Großen Preis von Deutschland, dem Auktionsrennen sowie (einzelnen) Breeders Crown-Rennen, noch vor allen Zirkel- und sonstigen gehobenen Rennen das höchstdotierte Grupperennen des Jahres 2015 geworden? Und höchstdotiertes Rennen ohne langfristigen (d.h. nicht nur unterjährigen) Nennungsschluss gewesen? Die Deutsche Amateurmeisterschaft!

30.000 Euro standen über dem Finale, während in den Zirkelrennen nur 25.000 Euro ausgeschüttet werden. Entsprechend hoch ist der Finanzierungsbedarf des Veranstalters und natürlich – aufgrund der stets an der theoretischen Gesamtdotation, um die ein Starter in Vorlauf und Finale A maximal streiten kann, orientierten Einsätze – auch die Belastung der Besitzer bei der Nennung.

Die notwendigen Anmeldungen für die Deutsche Amateurmeisterschaft 2015 wurden wohl nicht zuletzt aufgrund dieser Hürde nicht erreicht. Rund 500 Euro, nur um dabei zu sein – ein teurer Spaß, auch wenn der Trabrennsport natürlich ohnehin kein low budget-Hobby ist. Die Konsequenz der Hamburger ist nun, das Rennen mit verminderter Final-Dotation neu auszuschreiben:

Erläuterung des HTZ (PDF)

Neue Ausschreibung DAM (PDF)

Ich meine: Absolut richtig! Bei der DAM geht es nicht ums Geld, sondern um Ruhm und Ehre. Und die Finaldotation spielt für die meisten Teilnehmer doch eine untergeordnete Rolle. Es mag komisch klingen, mit einer geringeren Dotation mehr Nennungen erreichen zu wollen – aber ich glaube, genau das wird (durch den halbierten Einsatz) gelingen!

Die DAM ist schließlich doch ein großes Fest der Amateurfahrer, hier gilt durchaus auch „Dabeisein ist alles“ und die Hürde zur Teilnahme zu senken, ist ein richtiges Zeichen. Wobei natürlich hier die Terminierung mit Vor- und Finalläufen an einem Tag (statt wie bisher an zwei getrennten Tagen) alles andere als optimal ist. Dass das Startpferdepotenzial in Deutschland aber nicht mehr ausreicht, um zwei Renntage auf einmal zu bestücken, v.a. wenn parallel in Pfarrkirchen das Saisonhighlight ansteht, dürfte allerdings ebenso unbestritten sein.

Die DAM wie bisher traditionell auszuschreiben, war sicher kein Fehler – im Nachhinein mag man zwar sagen, dass die Zeichen der Zeit nicht erkannt wurden und sich ohnehin die Frage stellt, wer dieses Rennen finanzieren sollte (denn die Einsätze reichen gewiss nicht aus, um ein Zuschussgeschäft des HTZ zu vermeiden). Aber dass die Hamburger dennoch versuchen, dieses Rennen zu retten und offenbar sehr genau auf die Motivation der Amateure Rücksicht nehmen, verdient größten Respekt!

Und vielleicht hat es sogar noch einen Nebeneffekt: Für die Dotation eines Champions-Rennens statt wie bisher Gruppe-Niveau wird der ein oder andere Crack sicher nicht in Amateurhand antreten. Ohne diese wird das Rennen wieder zu einem echten Amateurwettbewerb, der wiederum mehr Besitzer ansprechen wird, die mit dem eigenen Pferd teilnehmen wollen.

Kleiner Exkurs: Der Nennungsschluss zum Großen Preis von Deutschland 2016 wurde zeitgleich um sechs Wochen verlängert – wie diese Monster-Rennen finanziert werden soll, ist mir schleierhaft. Schon die 2014er Auflage war ein finanzielles Desaster – wie soll das in Zukunft noch funktionieren? Mit Nennungen aus Deutschland sicher nicht. Auf www.deutscher-trab.de hatten die RSM-Bahnen ihre gehobenen Rennen 2014 in einer eigenen Broschüre auch in schwedischer Sprache ausgeschrieben. Die Seite existiert nicht mehr, man landet direkt auf der Webseite der Trabrennbahn Hamburg…